§ 1924 BGB – Gesetzliche Erben erster Ordnung

(1) Gesetzliche Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers.

(2) Ein zur Zeit des Erbfalls lebender Abkömmling schließt die durch ihn mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge von der Erbfolge aus.

(3) An die Stelle eines zur Zeit des Erbfalls nicht mehr lebenden Abkömmlings treten die durch ihn mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge (Erbfolge nach Stämmen).

(4) Kinder erben zu gleichen Teilen.

 

Erklärung:

Im deutschen Erbrecht herrscht das Parentelensystem. Ein Parentel ist demnach die Gesamtheit der durch den nächsten gemeinsamen Stammvater Verbundenen. Die erste Parentel werden gebildet durch den Erblasser und seine Nachkommen. Die zweite Parentel sind der Vater und die Geschwister des Erblassers nebst ihrer Nachkommenschaft usw.

In § 1924 BGB ist definiert, wer die gesetzlichen Erben erster Ordnung des Erblasser sind. Es handelt sich dabei um die Abkömmlinge des Erblassers, also dessen direkte Kinder. Die Abkömmlinge der Kinder sind ausgeschlossen. Sollte ein Kind des Erblassers aber im Zeitpunkt des Erbfalls nicht mehr leben, tritt an dessen Stelle dessen Kind oder Kinder, § 1924 Abs. 3 BGB. Gemäß § 1924 Abs. 4 BGB erben alle Kinder (oder wenn sie im Zeitpunkt des Erbfalls schon tot sind dessen Kinder) zu gleichen Teilen.

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