Ausschlagung der Erbschaft

Der vorläufige Erbe hat die Möglichkeit, durch eine Ausschlagung das Erbe nicht anzutreten.

Abzugrenzen ist die Ausschlagung vom Erb- oder Pflichtteilsverzicht. Bei Letzteren handelt es sich um Verträge, die bereits vor Eintritt des Erbfalls mit dem Erblasser geschlossen werden, während die Ausschlagung erst nachträglich vorgenommen werden kann.

Eine Ausschlagung kann zum Einen ratsam sein, wenn der Nachlass überschuldet ist. Darüber hinaus ist sie in Betracht zu ziehen, wenn der vorläufige Erbe selbst Schulden hat. Der Nachlass kann so dem Zugriff der Gläubiger entzogen werden und einem anderen Erben zukommen. Häufig sind auch persönliche Motive Grund für eine Ausschlagung.

Die Ausschlagung der Erbschaft erfolgt gegenüber dem Nachlassgericht oder vor einem Notar, § 1945 Abs. 1 BGB. Sie muss innerhalb von sechs Wochen nach Eintritt des Erbfalls erfolgen, § 1944 BGB. Wird diese Frist versäumt, gilt die Erbschaft als angenommen, § 1943 BGB.

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