Erbengemeinschaft

Eine Erbengemeinschaft ist eine Mehrzahl von Personen, denen ein bestimmtes Erbe gemeinschaftlich (zur gesamten Hand) zusteht.

Regelungen zu der Erbengemeinschaft finden sich in den §§ 2032 ff. BGB. Die Erben, die eine Erbengemeinschaft bildenden, werden als Miterben bezeichnet. Das Gegenteil dazu ist der Alleinerbe.

Das spezielle an der Erbengemeinschaft ist, dass nicht jeder Miterbe gemeinschaftlicher Eigentümer an den einzelnen Nachlassgegenständen wird, sondern nur Eigentümer des gesamten Nachlasses. Jeder Miterbe kann zwar über seinen Teil am Nachlass (Erbteil) verfügen, nicht aber über einen speziellen Anteil an einzelnen Nachlassgegenständen. Die Erbengemeinschaft hat als Ziel, den Nachlass durch Auseinandersetzung zu verteilen. Dadurch wird sie beendet.

Die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft kann auf drei Arten erfolgen:
1. durch eine Erbanteilsübertragung, § 2033 BGB,
2. durch eine schuldrechtliche Erbauseinandersetzung, § 2042 BGB oder
3. durch eine sogenannte Abschichtung, also das einvernehmliche Ausscheiden eines Erben aus der Erbengemeinschaft.

Die Erbengemeinschaft ist nicht rechtsfähig, wohl kann aber ein Miterbe alleine, unabhängig von der Zustimmung der anderen Miterben, in eigenem Namen, Rechte der Erbengemeinschaft gerichtlich geltend machen. Er kann aber nur verlangen, dass an die gesamte Erbengemeinschaft geleistet wird (§ 2039 BGB).

Auch die Zwangsvollstreckung kann alleine von einem Miterben betrieben werden.

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