Erbunwürdigkeit

Unter bestimmten Voraussetzungen verliert eine Person aufgrund ihres Fehlverhaltens die Berechtigung zu erben. Die Gründe der Erbunwürdigkeit sind in § 2339 Abs. 1 BGB aufgezählt.

So ist erbunwürdig, wer

  • den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich getötet oder zu töten versucht hat oder ihn in einen Zustand versetzt hat, infolge dessen er bis zu seinem Tode unfähig war eine Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) zu errichten oder aufzuheben (§ 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB)
  • den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich daran gehindert hat eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben (§ 2339 Abs. 1 Nr. 2 BGB)
  • den Erblasser durch Täuschung oder Drohung zur Errichtung einer Verfügung von Todes wegen bestimmt hat (§ 2339 Abs. 1 Nr. 3 BGB)
  • sich gegen den Erblasser bezüglich einer Verfügung von Todes wegen der Urkundenfälschung (§ 267 StGB), der mittelbarer Falschbeurkundung (§ 271 StGB), der Veränderung von amtlichen Ausweisen (§ 273 StGB) oder der Urkundenunterdrückung (§ 274 StGB) schuldig gemacht hat (§ 2339 Abs. 1 Nr. 4 BGB).

Die Erbunwürdigkeit muss durch Anfechtungsklage geltend gemacht werden, § 2342 BGB. Anfechtungsberechtigt ist jeder, der durch den Wegfall des Erbunwürdigen einen Vorteil erlangt, also beispielsweise einen größeren Erbteil erhält oder in der Erbfolge aufrückt, § 2341 BGB. Die Anfechtung wegen Erbunwürdigkeit muss binnen Jahresfrist und innerhalb von 30 Jahren nach Eintritt des Erbfalls erfolgen, § 2340 Abs. 3 BGB.

Die Anfechtung wegen Erbunwürdigkeit ist ausgeschlossen, wenn der Erblasser dem Erbunwürdigen verzeiht, § 2343 BGB.

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