Erbvertrag

Der Erbvertrag bietet im deutschen Erbrecht eine von zwei Möglichkeiten ausserhalb der gesetzlichen Erbfolge eine eigene Regelung über seinen Nachlass zu treffen. Die andere Möglichkeit ist das Testament. Der Erbvertrag wird lateinisch als „pactum successorium“ bezeichnet. Er ist gesetzlich normiert in § 1941 Abs. 1 BGB. Dort heisst es:

„Der Erblasser kann durch Vertrag einen Erben einsetzen, Vermächtnisse und Auflagen anordnen sowie das anzuwendende Erbrecht wählen (Erbvertrag).“

Weitere gesetzliche Regelungen zum Erbvertrag finden sich im vierten, ebenso benannten Abschnitt des erbrechtlichen Teils des BGB in den §§ 2271 – 2302 BGB.

Erbvertrag

In einem Erbvertrag verpflichtet sich der Erblasser, einer anderen Person nach seinem Ableben einen bestimmten Teil seines Vermögens zu vermachen. Im Erbvertrag können Erbeinsetzungen, Vermächtnisse und Auflagen vereinbart werden. Um wirksam zu vererben muss der Erblasser voll geschäftsfähig sein und den Erbvertrag notariell beurkunden lassen. Bei der notariellen Beurkundung müssen beide Vertragsparteien anwesend sein.

Im Gegensatz zum Testament kann der Erblasser einen Erbvertrag nicht einfach widerrufen, da der Erbvertrag einen bindenden Vertrag darstellt und der Widerruf nur abhängig von der Zustimmung des Vertragspartners möglich ist. Die rechtliche Bindung ist also stärker als bei einem Testament.

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