Erbverzicht

Der Erbverzicht ist im siebten Abschnitt des Erbrechtteils des BGB geregelt, in den §§ 2346 – 2352 BGB.

Verwandte und der Ehegatte des Erblassers können gemeinsam mit dem Erblasser auf ihr gesetzliches Erbrecht verzichten. Dies muss formell durch einen notariellen Erbverzichtsvertrag geregelt werden, § 2348 BGB.

Der Verzichtende ist dann von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen. Er hat kein Pflichtteilsrecht und auch seine Erben sind ausgeschlossen, d.h. der Erbverzicht wirkt auch auf die Nachkommen des Verzichtenden (Erstreckung auf Abkömmlinge, § 2349 BGB).

Der Erbverzicht kann auch nur auf das Pflichtteilsrecht beschränkt werden, § 2346 Abs. 2 BGB. Verzichtet jemand zugunsten eines anderen auf das gesetzliche Erbrecht, so ist im Zweifel anzunehmen, dass der Verzicht nur für den Fall gelten soll, dass der andere Erbe wird, § 2350 BGB.

In der täglichen Rechtspraxis spielt der Erbverzicht häufig als Verzicht auf den Pflichtteil eine Rolle. Dieser Verzicht wird dann zumeist mit einer Abfindung entlohnt.

Zu persönlichen Anforderungen und Vertretung des Verzichtenden siehe § 2347 BGB.

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