FAQ Testamentsvollstreckung

Was ist unter Testamentsvollstreckung zu verstehen?

Die Testamentsvollstreckung dient der Ausführung der letztwilligen Verfügungen des Erblassers. Sie ist in den §§ 2197 ff. BGB geregelt.

Durch die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers wird die Verwaltung der Erbschaft vereinfacht, wodurch die Erben entlastet werden. Erbstreitigkeiten können so von vornherein verhindert werden.

Auch wenn der Erblasser sicherstellen möchte, dass seinen letzter Wille richtig umgesetzt wird, bietet sich eine Testamentsvollstreckung an.

Weitere Gründe für die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers sind der Schutz minderjähriger Erben vor sich selbst sowie der Schutz aller Erben vor Gläubigern: So bestimmt § 2214 BGB, dass Nachlass, welcher der Testamentsvollstreckung unterliegt, vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist.

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Wie erfolgt die Bestellung des Testamentsvollstreckers?

Der Erblasser kann einen oder mehrere Testamentsvollstrecker ernennen. Im Regelfall erfolgt die Ernennung durch Testament, § 2197 BGB. Alternativ kann der Erblasser einen Dritten dazu ermächtigen, einen Testamentsvollstrecker zu bestimmen, § 2198 Abs. 1 BGB. Auf Ersuchen des Erblassers kann auch das Nachlassgericht die Ernennung eines Testamentsvollsteckers vornehmen, § 2200 Abs. 1 BGB.

Das Amt kann durch jede natürliche oder juristische Person, also auch Miterben, ausgeführt werden.
Der Ernannte muss die Annahme oder Ablehnung des Amtes erklären, § 2202 BGB.

Das Amt des Testamentsvollstreckers erlischt im Regelfall mit Erledigung der zugewiesenen Aufgaben. Wurde die Testamentsvollstreckung befristet, endet sie mit Ablauf der Frist.

Auch wenn der Testamentsvollstrecker kündigt oder durch das Nachlassgericht aufgrund einer groben Pflichtverletzung entlassen wird, endet sein Amt, §§ 2226 f. BGB.

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Welche Aufgaben und Befugnisse hat der Testamentsvollstrecker?

Die Testamentsvollstreckung kann entweder als Abwicklungs- oder als Dauervollstreckung durchgeführt werden. Während erstere lediglich der Auseinandersetzung des Nachlasses dient, umfasst die Dauervollstreckung eine darüber hinausgehende umfassende Nachlassverwaltung, die bis zu 30 Jahre andauern kann, § 2210 BGB.

Die erste Aufgabe des Testamentsvollstreckers ist die unverzügliche Erstellung eines Nachlassverzeichnisses, § 2215 BGB.

Der Testamentsvollstrecker ist dazu verpflichtet, das von ihm verwaltete Vermögen zu erhalten. Schenkungen darf er nur vornehmen, wenn es sich um Anstands- oder Pflichtschenkungen handelt, § 2205 BGB.

Er kann für sein Amt eine angemessene Vergütung verlangen, § 2221 BGB. Wie hoch diese Vergütung ist, ist gesetzlich nicht geregelt und sollte daher zur Vermeidung von Streitigkeiten im Testament festgelegt werden. Üblicherweise werden je nach Umfang des verwalteten Vermögens 1,5 – 4 % des Nachlasses als angemessen erachtet.

Der Testamentsvollstrecker haftet für Schäden, welche er den Erben durch die Verletzung seiner Pflichten verursacht, § 2219 BGB.

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