Formerfordernis

Im Erbrecht werden häufig große Vermögenswerte übertragen. Um Erblasser und Erben vor übereilten Entscheidungen zu schützen und Beweisschwierigkeiten zu vermeiden bestehen für viele erbrechtliche Erklärungen besondere Formerfordernisse.

Beispielsweise sind bei der Errichtung des Testaments verschiedene Formalien einzuhalten. So muss ein eigenhändiges Testament selbst handschriftlich geschrieben und unterschrieben werden. Die Unterschrift muss im Regelfall Vor- und Nachnamen des Erblassers enthalten. Außerdem sollen Datum und Ort angegeben werden, § 2247 BGB. Ein öffentliches Testament muss bei einem Notar errichtet werden. Dazu kann dem Notar der letzte Wille zur Niederschrift erklärt oder eine vorgefertigte Erklärung übergeben werden, § 2232 BGB.

Das Formerfordernis der notariellen Beurkundung besteht beispielsweise auch für Erbverträge, die nicht zwischen Ehegatten oder Verlobten abgeschlossen werden (§ 2276 BGB), den Erbverzicht (§ 2348 BGB), die Erbausschlagung (§ 1945 BGB) und die Erbteilsübertragung (§ 2033 Abs. 1 BGB).

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