Fragen zum Erbvertrag (FAQ) – Teil 1

Was ist ein Erbvertrag und was unterscheidet ihn vom Testament?

Durch einen Erbvertrag verpflichtet sich der Erblasser (derjenige der vererbt) dazu, einem Dritten nach seinem Tod einen bestimmten Teil seines Vermögens zu überlassen. In diesem Vertrag können Erbeinsetzungen, Vermächtnisse und Auflagen vereinbart werden.

Um einen Erbvertrag aufzusetzen muss der Erblasser voll geschäftsfähig sein und diesen notariell beurkunden lassen. Dabei kann er sich nicht vertreten lassen, er muss den Vertrag selbst abschließen. Bei der notariellen Beurkundung müssen beide Vertragsparteien anwesend sein.

Im Gegensatz zum Testament kann der Erblasser einen Erbvertrag nicht mehr so einfach widerrufen, da dieser ja einen bindenden Vertrag darstellt und der Widerruf nur mit der Zustimmung des Vertragspartners möglich ist. Durch einen Erbvertrag bindet sich der Erblasser also viel stärker als durch ein Testament.

* * *

Wann sollte man einen Erbvertrag abschließen?

Da der Erbvertrag nur schwierig wieder widerrufen werden kann, wird dieser in der Regel nur aus bestimmten Gründen geschlossen.

Einer der Gründe kann sein, dass der Erblasser einem Dritten, der ihn zu Lebzeiten pflegt, später etwas von seinem Vermögen als Entgelt zukommen lassen will. Um das für den Pflegenden abzusichern kann dann ein Erbvertrag geschlossen werden.

Wenn ein Unternehmen weitergereicht werden soll kann dies auch per Erbvertrag an den richtigen Nachfolger geschehen. Es geht dann mit dem Tod des Erblassers das Unternehmen automatisch an den aus dem Vertrag Begünstigten über.

Während Ehegatten die Möglichkeit haben, sich durch ein Ehegattentestament gegenseitig zu bedenken, geht dies bei unverheirateten Paaren nicht. Diese können dann jedoch einen Erbvertrag aufsetzen und sich wechselseitig zu Erben einsetzen um den Anderen für den Erbfall abzusichern.

Lesen Sie hier Fragen zum Erbvertrag (FAQ) – Teil 2