gemeinschaftliches Testament

Ehegatten können statt zwei Einzeltestamenten auch ein gemeinschaftliches Testament errichten, § 2265 BGB. Dies gilt auch für eingetragene Lebenspartner, § 10 Abs. 4 Lebenspartnerschaftsgesetz.

Im Regelfall errichten die Ehegatten mit einem gemeinschaftlichen Testament ein Berliner Testament, §§ 2265 ff. BGB. Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass das gemeinsame Vermögen zunächst uneingeschränkt dem überlebenden Ehegatten zufällt.

Denkbar ist auch ein gemeinschaftliches Testament, welches den überlebenden Ehegatten als Vorerben und die Kinder als Nacherben einsetzt. Der Vorerbe hat dann nur beschränkte Verfügungsgewalt über den Nachlass. Vorteil dieser Variante ist, dass das Vermögen so für die Kinder bewahrt wird.

In einem gemeinschaftlichen Testament werden für gewöhnlich wechselseitige Verfügungen getroffen. Die testamentarischen Verfügungen der Ehegatten basieren also aufeinander. Wechselseitige Verfügungen gelten nur, solange keine der beiden Seiten ihre Verfügung widerruft, § 2270 Abs. 1 BGB.

Zur Errichtung eines gemeinschaftlichen eigenhändigen Testaments genügt es, wenn einer der Ehegatten das gemeinschaftliche Testament eigenhändig verfasst, §§ 2267, 2247 BGB. Der andere Ehegatte muss das so errichtete Testament nur mitunterzeichnen. Für ein öffentliches gemeinschaftliches Testament gelten dieselben Regeln wie für ein öffentliches Einzeltestament, § 2232 BGB.

Wird die Ehe aufgelöst, ist auch das gemeinschaftliche Testament unwirksam, § 2268 BGB.

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