Nacherbe, § 2100 BGB

Der Begriff des Nacherben ist gesetzlich definiert in § 2100 BGB. Dort heisst es: „Der Erblasser kann einen Erben in der Weise einsetzen, dass dieser erst Erbe wird, nachdem zunächst ein anderer Erbe geworden ist (Nacherbe).“

Ein Nacherbe ist also eine Person, die vom Erblasser so im Testament eingesetzt wird, dass er erst Erbe wird, nachdem zunächst eine andere Person Erbe geworden ist. Diese andere Person wird als Vorerbe bezeichnet. Die Erbschaft erhält der Nacherbe erst, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt, welches der Erblasser zur Bedingung gemacht und daran die Nacherbschaft geknüpft hat (Nacherbfall). Dieses Ereignis kann z.B. eine Wiederverheiratung oder der Tod des Vorerben sein.

Erblasser (Erschaft) ➭ Voererbe (bestimmtes Ereignis tritt ein) ➭ Nacherbe

Wenn der Erblasser nichts anderes bestimmt hat, hat der Nacherbe ein vererbliches und übertragbares Anwartschaftsrecht am Erbe. Der Vorerbe unterliegt dabei bestimmten Beschränkungen bezogen auf das Erbe. Er kann also mit dem Erbe nicht einfach tun und lassen was er will. So gibt es z.B. das Verbot von Schenkungen aus dem Nachlass und die Verpflichtung des Vorerben zu ordnungsgemäßer Verwaltung (§§ 2113 ff. BGB). Der Erblasser kann den Vorerben aber von solchen Beschränkungen durch Verfügung von Todes wegen befreien (§ 2136 BGB – befreite Vorerbschaft).

Nach § 2109 BGB wird die Einsetzung eines Nacherben mit dem Ablauf von 30 Jahren nach dem Erbfall unwirksam, wenn nicht vorher der Fall der Nacherbfolge eingetreten ist. Dann wird der Vorerbe zum Vollerben und erwirbt das unbeschränkte Erbrecht.

Weitere Regelungen bezüglich des Nacherben finden sich im Abschnitt 3 (Testament) – Titel 3: Einsetzung eines Nacherben, in den §§ 2100 – 2146 BGB.

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