Nacherbschaft

Die Vor- und Nacherbschaft stellt eine Möglichkeit des Erblassers dar, sein Vermögen über mehrere Generationen hinweg zu vererben, § 2100 BGB.

Durch eine letztwillige Verfügung kann bestimmt werden, dass das Erbe zunächst einer Person zukommen soll (Vorerbe). Gleichzeitig wird festgelegt, wer das Vermögen nach Eintritt des Nacherbfalls erhalten soll (Nacherbe).

Der Nacherbfall kann entweder an einen bestimmten Zeitpunkt oder den Eintritt eines Ereignisses geknüpft sein. Zumeist ist der Tod des Vorerben Bedingung für den Eintritt des Nacherbfalls. Dies gilt auch dann, wenn kein bestimmtes Ereignis festgelegt ist, § 2106 Abs. 1 BGB. Alternativ lösen auch die Volljährigkeit oder Eheschließung des Nacherben häufig den Nacherbfall aus.

Mit Eintritt des Nacherbfalls (Nacherbschaft) wird der Nacherbe Erbe des ursprünglichen Erblassers (nicht des Vorerben). Zum Erhalt des Vermögens für den Nacherben ist der Vorerbe in seinen Verfügungsmöglichkeiten über die Erbmasse eingeschränkt. So darf über Immobilien nicht verfügt werden, wenn dem Nacherben dadurch ein Nachteil entsteht, § 2113 Abs. 1 BGB. Auch Schenkungen dürfen mit Erbschaftsgegenständen grundsätzlich nicht vorgenommen werden, § 2113 Abs. 2 BGB.

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