Nachlassverwaltung

Die Nachlassverwaltung ist eine Form der Nachlasspflegschaft, die zum Zwecke der Befriedigung der Nachlassgläubiger angeordnet wird, § 1975 BGB.

Durch die Nachlassverwaltung wird die Haftung der Erben für Nachlassverbindlichkeiten auf den Nachlass beschränkt. Sie wird auf Antrag des Erben oder der Nachlassgläubiger angeordnet, § 1981 BGB.

Die Nachlassverwaltung ist zu beantragen, wenn anzunehmen ist, dass der Nachlass ausreicht, um alle Nachlassgläubiger zu befriedigen. Besteht Grund zur Annahme, dass der Nachlass zahlungsunfähig (§ 17 Abs. 2 InsO) oder überschuldet (§ 19 Abs. 2 InsO) ist, muss ein Nachlassinsolvenzverfahren beantragt werden.

Der Erbe verliert mit Anordnung der Nachlassverwaltung die Befugnis, den Nachlass selbst zu verwalten und über ihn zu verfügen. Gegen den Nachlass gerichtete Ansprüche können nur noch gegenüber dem Nachlassverwalter geltend gemacht werden, § 1984 Abs. 1 BGB.

Das Nachlassgericht kann die Anordnung der Nachlassverwaltung ablehnen, wenn die Erbmasse nicht ausreicht um die anfallenden Kosten der Nachlassverwaltung zu decken, § 1982 BGB.

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