Nottestament

Ein Nottestament besteht im deutschen Erbrecht für den Fall, dass kein Notar zu erreichen ist oder dies nicht mehr rechtzeitig genug geschehen würde. Dafür sind drei verschiedene Möglichkeiten geboten worden:

Nottestament vor dem Bürgermeister (§ 2249 BGB)
Wenn es für möglich gehalten werden kann, dass der Erblasser früher stirbt, als die Errichtung eines Testaments vor einem Notar möglich ist, so kann er das Testament zur Niederschrift des Bürgermeisters der Gemeinde, in der er sich aufhält, errichten. Der Bürgermeister muss zu der Beurkundung zwei Zeugen zuziehen.

Nottestament vor drei Zeugen (§ 2250 BGB)
Unter bestimmten Situationen (Wer sich an einem Orte aufhält, der infolge außerordentlicher Umstände dergestalt abgesperrt ist, dass die Errichtung eines Testaments vor einem Notar nicht möglich oder erheblich erschwert ist oder wer sich in so naher Todesgefahr befindet, dass voraussichtlich auch die Errichtung eines Testaments nach § 2249 nicht mehr möglich ist) kann ein Testament durch drei Zeugen errichten. Wird das Testament aber durch mündliche Erklärung vor drei Zeugen errichtet, so muss hierüber eine Niederschrift aufgenommen werden.

Nottestament auf See (§ 2251 BGB)
Wer sich während einer Seereise an Bord eines deutschen Schiffes außerhalb eines inländischen Hafens befindet, kann ein Testament durch mündliche Erklärung vor drei Zeugen nach § 2250 Abs. 3 errichten.

Zu beachten ist die jeweilige Gültigkeitsdauer der Nottestamente. Diese ist in § 2252 BGB geregelt. Ein nach § 2249, § 2250 oder § 2251 errichtetes Testament gilt als nicht errichtet, wenn seit der Errichtung drei Monate verstrichen sind und der Erblasser noch lebt. Beginn und Lauf der Frist sind gehemmt, solange der Erblasser außerstande ist, ein Testament vor einem Notar zu errichten.

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