Pflichtteilsentziehung

In bestimmten Fällen kann der Erblasser auch einem eigentlich Pflichtteilsberechtigten den Pflichtteil entziehen, § 2336 BGB.

Die Gründe für die Pflichtteilsentziehung sind in § 2333 Abs. 1 BGB aufgeführt. Der Erblasser kann einem Abkömmling den Pflichtteil entziehen, wenn dieser

  • dem Erblasser, dessen Ehegatten, einem anderem Abkömmling oder einer dem Erblasser ähnlich nahe stehenden Person nach dem Leben trachtet
  • sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen eine der genannten Personen schuldig macht
  • die ihm dem Erblasser gegenüber gesetzlich obliegende Unterhaltspflicht bösartig verletzt
  • wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde

Die Pflichteilsentziehung muss durch Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) erfolgen, § 2336 Abs. 1 BGB.

Die Beweislast für das Vorliegen der Gründe, die eine Pflichtteilsentziehung rechtfertigen, obliegt demjenigen, der die Entziehung geltend macht, § 2336 Abs. 3 BGB.

Der Erblasser kann dem Pflichtteilsberechtigten verzeihen. Die Pflichtteilsentziehung ist dann unwirksam, § 2337 BGB.

zurück zum Wörterbuch