Öffentliches Testament & privatschriftliches Testament

Was ist ein Testament ?

Ein Testament ist der sogenannte letzte Wille einer Person in schriftlicher Form. In einem Testament wird vom Erblasser (die Person, die vererbt) festgelegt, wer sein oder seine Erben sein sollen. Neben der Festlegung über die gesamte Erbschaft (wer also als Erbe Rechtsnachfolger wird), können z.B. auch Festlegungen bezogen auf nur einzelne Gegenstände aus dem Vermögen getroffen werden (Vermächtnis).

Im Testament kann auch bestimmt werden, wer von den gesetzlichen Erben von der Erbfolge ausgeschlossen werden soll, also enterbt werden soll. Im Regelfall kommt es dann aber zu einem Pflichtteilsrecht des Enterbten, welches nur sehr schwierig ausgeschlossen werden kann.
 

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Welche Arten von Testamenten gibt es ?

Es gibt verschiedene Arten ein Testament zu verfassen. Zu unterscheiden sind zunächst öffentliche Testamente und privatschriftliche Testamente:

1. Öffentliches Testament
Das öffentliche Testament muss, im Gegensatz zu dem eigenhändigen Testament, vor einem Notar errichtet werden. Vor allem wenn zum Nachlass Grundstücke gehören empfiehlt sich dieses Vorgehen. Dies kann auf zwei Arten geschehen. Entweder man erklärt vor dem Notar mündlich oder schriftlich seinen letzten Wille oder man übergibt ihm einen Schriftsatz mit der Erklärung dabei würde es sich um den letzten Willen handeln. Bei der Übergabe eines Schriftstückes bleibt es dem Erblasser überlasen, ob er möchte, dass der Notar dieses liest oder ob es bis zur Testamentseröffnung (Also nach Eintritt des Todesfalls) verschlossen bleiben soll. Aufgrund der Sachkunde des Notars ist es für eine Laien im Einzelfall sicherer den Inhalt des Schriftstückes noch einmal mit dem Notar zu besprechen, da einem der Notar in solch einem Fall bei Fragen zur Seite stehen kann. Das öffentliche Testament wird dann verwahrt, sodass es nicht verloren gehen kann.
 
2. Privatschriftliches Testament
Das privatschriftliche Testament muss, im Gegensatz zum öffentlichen Testament, nicht vor einem Notar angefertigt werden. Der Vorteil eines privatschriftlichen Testaments ist der, dass man sich sowohl die Zeit als auch die Kosten sparen kann zum Notar zu gehen. Der Nachteil allerdings ist, dass solch ein privatschriftliches Testament nur schlecht nach dem Todesfall gefunden werden kann. Für solch einen Fall kann der Erblasser gegen die Zahlung eines gewissen Betrages bei Gericht die Aufbewahrung seines Testaments bewirken. Als Gegenzug erhält man einen sogenannten Hinterlegungsschein, den man dann ordentlich aufbewahren muss.

Ausserdem gibt es noch Spezialfälle von Testamenten. Dazu mehr in FAQ Testament – Teil 2.

Lesen Sie hier FAQ Testament – Teil 2