Unternehmensnachfolge

Abweichend vom Grundsatz der Gesamtrechtsnachfolge (Universalsukzession), § 1922 Abs. 1 BGB übernehmen die Erben beim Tod eines Gesellschafters nicht ohne Weiteres dessen Position in der Gesellschaft bzw. dessen Gesellschaftsanteile.

Verstirbt ein Einzelhandelskaufmann, finden die Regelungen der Gesamtrechtsnachfolge Anwendung. Der Erbe tritt in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein und führt das Geschäft fort.

Die Unternehmensnachfolge für Gesellschaften richtet sich nach der jeweiligen Gesellschaftsform:

  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Ist nichts Abweichendes im Gesellschaftsvertrag geregelt, führt der Tod eines Gesellschafters zur Auflösung der Gesellschaft, § 727 BGB. Die Erben erhalten dann den Gesellschaftsanteil des Erblassers.
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG): Der verstorbene Gesellschafter scheidet aus der Gesellschaft aus, § 131 Abs. 3 HGB. Die übrigen Gesellschafter erhalten seinen Gesellschaftsanteil. Von diesem Grundsatz kann durch den Gesellschaftsvertrag abgewichen werden.
  • Kommanditgesellschaft (KG): Beim Tod eines Komplementärs finden die Regelungen zur OHG Anwendung. Die Gesellschaftsanteile eines Kommanditisten sind hingegen frei vererblich, § 177 HGB.
  • GmbH: GmbH-Anteile sind ebenfalls frei vererblich, § 15 GmbH.

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